ThinkPad Twist vs. Dell XPS 12 – ein Vergleich

Vergleich ThinkPad Twist Dell XPS 12

Vergleich Lenovo ThinkPad Twist mit Dell XPS 12

Convertibles von Lenovo und Dell im Vergleich

Seit dem Herbst letzten Jahres konkurrieren die PC-Hersteller darum, wie touch-fähige Displays sinnvoll mit Notebooks bzw. Ultrabooks verbunden werden können. Eines ist klar, ein touchfähiges Display ausschließlich im 90 Grad Winkel des normalen Notebookmonitors zu nutzen ist nur bedingt sinnvoll. Denn jeder der mit einem Notebook arbeitet weiß, dass der Weg der Hand zum Display viel zu weit ist, um solch ein touch-fähiges Display in den Arbeitsalltag zu integrieren – man müsste sich ja selbst immer wieder zum Display hinbewegen.

Ein zu befingerndes Display ist also nur sinnvoll, wenn es einen Mehrwert im Arbeitsalltag bietet. Dieser Mehrwert ist dann gegeben, wenn das Ultrabook auch beispielsweise auch als Tablet genutzt werden kann: Wenn ich auf der Couch liege und noch ein bisschen spielen kann, wenn es das Display ermöglicht, darauf zu zeichnen.

 
Produktvideo des Dell XPS 12

 

Mit Windows 8 als neuem Betriebssystem – auch wenn gerade viel darüber geschimpft wird – hat Microsoft die Software-Umgebung für die Integration von Touch-Displays beim PC zur Verfügung gestellt. Erst mit Windows 8, das vergisst man bei dem aktuellen Shit-Storm leicht, gibt es ein Betriebssystem, das die Vorteile von PCs und Tablets vereint. Um aber den Wechsel vom Notebook zum Tablet zu gestalten, haben die Hersteller ganz unterschiedliche Lösungen gefunden. Zwei Lösungen will ich mir heute einmal genauer ansehen: Das bei uns Dellmaniacs so beliebte Dell XPS 12 Convertible (an dieser Stelle ein kurzer Hinweis auf die unterschiedlichen Testberichte zum Dell XPS 12 bei Dellmaniac.de) und das Lenovo ThinkPad Twist.

Auf das Lenovo Thinkpad Twist bin ich neugierig geworden, nachdem ich das Produktvideo gesehen habe. Denn während Dell seine Produkte zumeist in einer kreativen Arbeits- oder Heimumgebung platziert, richtet sich Lenovos Thinkpad Twist dagegen an die Null-Null-Sieben-Agenten unter uns (und zwar in der Daniel Craig Variante). Wir dachten uns: Zeit einmal den Blick über den Tellerrand zu werfen, die rosarote Dell-Brille abzusetzen und einen Vergleich zu wagen! Doch zuvor erst einmal das Video, das ich für ein Produktvideo einfach mal richtig gut fand:

 
Produktvideo des ThinkPad Twist

 

Dell XPS 12 und ThinkPad Twist im Vergleich

Beim Dell XPS 12 und dem Lenovo ThinkPad Twist handelt es sich um zwei Geräte, die sich preislich an dieselbe Käuferschicht richten. Doch wie diese Käufer angesprochen werden, darin unterscheiden sich die beiden Geräte ganz grundlegend voneinander. Während das Dell XPS 12 Convertible sich in erster Linie Computerkäufer im Lifestyle-Segment richtet, spricht das Lenovo Thinkpad Twist vor allem die Abenteurer unter uns an. Aber beginnen wir von vorn.

 

Der Gehäuse-Vergleich

ThinkPad-Twist-S230u-Convertible-Tablet-Laptop

ThinkPad-Twist-S230u-Convertible-Tablet

Das Lenovo ThinkPad Twist ist Teil der etablierten ThinkPad-Reihe, die noch von IBM entwickelt worden ist. Das muss man wissen, da Lenovo sich bemüht dieser Tradition treu zu bleiben: Die Oberflächen der Think-Pad-Reihe (und damit auch des ThinkPad Twist) bestehen traditionell aus mattem und hochwertigem Kunststoff bzw. einem Magnesium-Kohlefaser-Gemisch, das den Eindruck von Langlebigkeit und Stabilität vermitteln soll. Allerdings wird dieser Eindruck im Detail ein wenig irritiert, da sowohl der Displaydeckel als auch die Stelle an der Handballenablage Druck merklich nachgeben. Dafür ist das Gehäuse wasserdicht, wenn man dem Produktvideo glaubt – ob es auch das Wasserglas und nicht nur den Tropfen aushält, wäre da jedoch eine spannende Frage. Wer es schon einmal ausprobiert hat, melde sich doch bitte bei uns!

Wie auch beim Lenovo ThinkPad Twist bestimmt eine schwarze Soft-Touch-Oberfläche zu großen Teilen das Dell XPS 12. Da sich die Oberfläche mit glänzenden und matten Metalleinfassungen abwechselt, wirkt das XPS 12 zugleich stylish und elegant. Das Gehäuse bekommt seine Stabilität durch die Verwendung von maschinengefrästen Aluminium in Kombination mit Karbonfasern.

Dell XPS 12 Ultrabook

Dell XPS 12 Ultrabook

Insgesamt wirkt das XPS 12 hochwertiger als das ThinkPad Twist, was sicherlich der Ansprache an die Käuferschichten geschuldet ist: Als Lifestyle-Produkt ist das XPS 12 Teil der Premium-Design Ultrabook-Reihe von Dell, bei denen der Body aus einem Aluminium-Block gefräst ist. Das XPS 12 will gefallen, im Kaffee glänzen oder auf der Couch schmeicheln.

Das ThinkPad Twist hingegen will Sicherheit vermitteln. Mit diesem Book kann man getrost auf Afrikatour gehen und weiß seine Daten in sicheren Händen. Insofern wäre eigentlich ein Vergleich zwischen dem ThinkPad Twist und dem Latitude XT3 sinnvoll gewesen. Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil es sich beim XT3 noch immer um ein Windows 7 System handelt, das letztlich doch anders als das Lenovo Twist funktioniert.

 

Der Display-Switch

Im Wandel vom Ultrabook zum Tablet, also in der Bewegung des Displays, unterscheiden sich die beiden ausgewählten Convertibles grundlegend. Lenovo wählte beim ThinkPad Twist die Variante eines sich auf der Stelle drehenden Bildschirm. Das den Bildschirm sichernde Scharnier kann dabei nur in Uhrzeigerrichtung zur Tastatur gedreht werden. Die Entscheidung Lenovos ist sicherlich in Blick auf die Stabilität des Systems sinnvoll, für den Nutzer hingegen bedeutet dies eine gewisse Konzentration, denn schnell ist der Monitor in die falsche Richtung gegen den Widerstand gedreht. Wie lange so etwas allerdings das Scharnier mitmacht, ist fraglich, also sollte man sich beim switchen eben ein bisschen konzentrieren.

XPS 12 Ultrabook

Display Switch beim Dell XPS 12

Dell ist einen anderen Weg gegangen und hat einen extra Rahmen entwickelt, innerhalb dessen das Display geschwenkt werden kann. Auch dieses kann nur in eine Richtung gedreht werden. Anders als beim ThinkPad Twist ist die vorgegebene Richtung jedoch naheliegender. Wie im Produktvideo vom ThinkPad Twist zu sehen ist, ermöglich der Display-Switch verschiedene Positionen. Das XPS 12 hingegen kennt nur die Arbeitsposition als Ultrabook und als Tablet. Ob es die unterschiedlichen Möglichkeiten des ThinkPad Twist allerdings braucht, wissen die Geheimagenten unter uns sicherlich am besten.

 

Touch-Display, Tastatur und Touch-Pad

Beide Utrabook Convertibles haben glänzende Displays, die durch ein Corning Gorilla Glas geschützt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Ultrabook-Tablets aber liegt im Detail: Das Lenovo ThinkPad Twist verfügt bei seinen 12,5-Zoll über eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Das Dell XPS 12 hingegen steigert die Brillanz des ThinkPad Twist bei gleicher Zollgröße auf eine FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel.

Lenovo ThinPad Twist

Display-Switch beim Lenovo ThinkPad Twist

Beide Displays reagieren sofort: Fingereingaben werden an den erwünschten Stelle registriert, Gesten schnell und genau interpretiert und die Ergebnisse unmittelbar dargestellt. Genauso wichtig ist, dass beide Displays auf ihre Positionsveränderung sofort reagieren und man nicht ewig warten muss.

Zwei wesentliche Unterschiede gibt es bei den Tastaturen: Einerseits verfügt das Dell XPS 12 als einziges der beiden Ultrabooks über eine beleuchtete Tastatur. Eigentlich ist das unglaublich, schließlich ist das – wie Sebastian so schön sagt – keine Raketen-Technlogie und sollte längst Standart sein. Dafür ist die Tastatur des ThinkPad Twist spritzwassergeschützt und verfügt über den beliebten roten Gnubbel, der statt des Touchpads für die Navigation genutzt werden kann. Das Thinkpad Twist verfügt damit über drei Möglichkeiten mit Fingern angesprochen zu werden – na wenn das nicht nicht mal eine Auswahl ist.

 

Prozessor, RAM und Festplatten

Die beiden Ultrabook-Tablet-Convertibles von Lenovo und Dell werden abhängig von der gewählten Konfiguration mit zwei unterschiedlichen Prozessoren ausgeliefert. Entschieden werden kann beim ThinkPad Twist zwischen einem Intel® Core™ i5-3317U Prozessor und einem Intel® Core™ i7-3517U Prozessor. Das DELL XPS 12 verfügt entweder über einen Intel® Core™ i5-3337U oder einen Intel® Core™ i7-3537U Prozessor Prozessor. Beide mal ist Dell in der Auswahl der Prozessoren ein wenig glücklicher gewesen, wie im unmittelbaren Vergleich zu sehen ist, da die von Dell gewählten Prozessoren zumindest in den Benchmarks ein wenig schneller sind:

Intel Core i5-3317U vs Intel Core i5-3337U

Intel Core i7-3517U vs Intel Core i7-3537U

Anschlüsse des ThinkPad Twist

Anschlüsse des ThinkPad Twist

Bei der Wahl des Arbeitsspeichers kann zwischen 4GB und 8GB RAM entschieden werden, die in beiden Convertibles bei als DDR3-SDRAM bei 1.333 MHz arbeiten. In Hinblick auf die Geschwindigkeit der Geräte ist zu beachten, dass Lenovo nicht nur SSD-Festplatten verbaut, sondern auch eine magnetische Festplatte, die mit 7.200 U/min dreht. Der Vorteil dieser Entscheidung ist, dass man sich zwischen Geschwindigkeit und Speicherplatz entscheiden kann. Entweder richtig schnell mit SSD oder bis zu 500 GB Platz, statt nur 128 GB, die DELL anbietet. Dell hingegen geht voll auf Speed und hat sich – wie schon angedeutet – ausschließlich für die schnellen SSD-Festplatten entschieden.

 

Die Ausstattung

Weil wir angesichts des Displays der beiden Ultrabooks gerade bei den Unterschieden sind: Während das XPS 12 gegenüber dem ThinkPad Twist punkten kann, holt das ThinkPad Twist bei der Anschlussvielfalt wieder auf. Beide Convertibles verfügen über zwei USB-3.0-Anschlüsse und jeweils einen Mini-DisplayPort, eine Audio- sowie Mikrofon-Buchse. Das war’s dann aber auch schon an Gemeinsamkeiten.

Das Lenovo ThinkPad Twist verfügt darüber hinaus über einen mini-HDMI-Ausgang, einen Kartenleser und für die direkte LAN-Verbindung einen Gigabit-Ethernet-Port.

 

Die Convertibles in der direkten Gegenüberstellung

Wer über die Anschaffung eines Convertible-Ultrabooks nachdenkt, findet im Lenovo ThinkPad Twist eine sehr gute Möglichkeit, da dieses bereits für einen Preis von 949,99 € zu bekommen ist. Das Dell XPS 12 beginnt hingegen erst bei 1199,- € – allerdings ohne den Dell Gutschein XPS. Sinnvoll ist die direkte Gegenüberstellung jedoch nur, wenn sich die Innereien der Geräte auch vergleichen lassen:

Lenovo ThinkPad Twist Dell XPS 12

Lenovo ThinkPad Twist

Lenovo ThinkPad Twist

Dell XPS 12 im Dell-Shop

Dell XPS 12 Ultrabook

Prozessor: Intel Core i5-3337U Prozessor: Intel Core i5-3337U
Arbeitsspeicher: 4 GB RAM Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
Festplatte: 128 GB SSD Festplatte: 128 GB SSD
Grafikkarte: Intel® HD-Grafik 4000 Grafikkarte: Intel® HD-Grafik 4000
Display: 12,5 Zoll 1.366 x 768 Display: 12,5 Zoll 1.920 x 1.080
ab 1.129,99 € ab 1199,00  €
Lenovo Gutschein: -5 % Dell Gutschein XPS-100,- EUR
Dell Gratis Versandkosten Gutschein-29,- EUR

 

Die genannten Preise ändern sich allerdings abhängig von den Angeboten. So gibt zum Beispiel für den ganzen April einen 5 Prozent Lenovo Gutschein Code, für das XPS 12 wiederum einen XPS Gutschein in Höhe von 100 EUR + den fast obligatorischen Gratis Versandkosten Gutschein von Dell (das Lenovo ThinkPad Twist ist von Hause aus Versandkostenfrei). Da heißt es dann: rechnen! Die Dell XPS 12 Gutscheine findet Ihr in unserer XPS Gutschein Übersicht. Den Lenovo Gutschein – der übrigens für alle Lenovo Produkte gilt! – gibt es gleich hier:

Lenovo Gutschein 5 Prozent

Lenovo Gutschein April 2013 | Gültig bis 30.04.2013

 

Fazit

„583“] Jedes der beiden Ultrabook-Tablet-Convertibles hat sein für und wider, die ich vor allem am Preis festmachen würde. Das Lenovo ThinkPad Twist überzeugt vor allem in der Einstiegskonfiguration. 250 EUR weniger als der Einstieg in das Dell XPS 12 sind nicht von der Hand zu weisen. Doch man sollte sich da auch die Grenzen des Einstiegsgeräts im Vergleich zum XPS 12 Ultrabook bewusst machen. Das sind in erster Linie eine langsamere Festplatte, und vor allem ein Display mit niedrigerer Auflösung. Zugleich bekommt man für den kleineren Preis auch noch mehr Anschlüsse wie mini-HDMI oder eine SD-Karte.

Was beim Einstiegsgerät noch völlig in Ordnung ist, ist im unmittelbaren Konfigurationsvergleich schon schwieriger. Zwar kostet auch hier das Lenovo ThinkPad Twist 50 EUR weniger als das Dell XPS 12, doch die 50 EUR weniger rechtfertigen dann nicht mehr den Unterschied in der Auflösung. Wenn man sich schon in die Preisregionen vorgewagt hat, dann würde ich auf jeden Fall die 50 EUR mehr für das hochauflösendere Display des XPS 12 investieren.

 

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